Der Kampf gegen das Männliche hält das Patriarchat am Leben.
- Tanja Weisenbach
- vor 12 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
Ich spüre es in so vielen Gesprächen mit Frauen, ich lese es zwischen den Zeilen u ich fühle es tief in der kollektiven Matrix: Eine dumpfe, lähmende Ohnmacht und eine unbändige Wut gegen das Männliche.
Es sind Schmerzen, die sich seit Jahrtausenden durch die Zellen und die Schoßräume der weiblichen Ahnenlinie ziehen. Die Erinnerung an Unterdrückung, an das systematische Entwerten der Intuition, an die Angst, die eigene Stimme laut werden zu lassen. Es ist die Angst vor den Konsequenzen, wenn eine Frau in ihre ungezähmte, wilde Urkraft tritt. Angst vor der eigenen Vernichtung, Auslöschung. Denn ja, wir Frauen wurden ausgelöscht. Nicht nur einmal, tausende Male. Am Pfahl, im Feuer...
Heute werden wir nicht mehr verbrannt..das wissen wir. Und aus dieser vermeintlichen Sicherheit, nicht mehr auf dem Scheiterhaufen zu brennen, begannen wir, uns Stück für Stück zu erheben. Aber es war kein nährendes Erheben. Vielmehr ist es ein künstliches Aufbäumen, vorallem im aktuellen Mainstream Kollektiv, das alles andere als heilsam ist. Es stellt die größte und perfideste Falle der Matrix dar:
der Kampf im Außen.
Der Feminismus, der versucht, mit den Waffen des Patriarchats gegen das Patriarchat zu kämpfen. Wenn Frauen in den Kampf, in die Härte, in die Wut und in die Anklage gehen, wechseln sie unbewusst genau in die patriarchale, verzerrte männliche Energie, die sie eigentlich bekämpfen wollen. Sie nähren das System mit ihrer reaktiven Energie (Loosh). Und genau damit halten sie das, was sie eigtl bekämpfen wollen, am Leben.
Mir geht es garnicht darum, diese reaktiven Muster u Konditionierungen zu verurteilen.
Ich beobachte..und stelle mir vielmehr die Frage, WARUM das Patriarchat überhaupt entstehen u so lange überleben konnte.
Die treibende Kraft ist, wie in allem, dieses Matrixsystem, dass die äußere, destruktive Macht (Strukturen, Hierarchien, Kontrolle, Gewalt) uber viele Jahrtausende verherrlicht hat, um die innere, schöpferische Macht (Intuition, Lebenskraft, die Quelle an sich, das Ur-Weibliche) zu unterdrücken. Warum? Weil die Matrix panische Angst vor der ungezähmten, weiblichen, frei fließenden Schöpferkraft hat. Ein System kann Frauen nur kontrollieren, wenn es ihnen einredet, sie seien schwach und bräuchten die Erlaubnis einer patriarchalen Struktur, um zu existieren.
Viele Frauen, die heute beginnen aufzuwachen, spüren, dass vor dem Patriarchat etwas anderes da war. Sie erinnern sich an Epochen, in denen die Erde, das Zyklische u das Ur Weibliche geehrt wurden.. und der Verstand zieht sofort den Schluss:
"das Patriarchat ist böse, es ist Zeit, dass Frauen wieder an die Macht kommen. Wir (Frauen) sollten diese Welt führen, nicht die Männer!"
Doch hierin liegt die nächste große Falle!
Es geht nämlich ganz u garnicht nicht darum, dass wir Frauen jetzt wieder die Macht übernehmen.
Es geht nicht um Trennung.
Es geht um Verschmelzung, dass du die ungezähmte weibliche Urkraft (deine Intuition, deine Empfängnis, deine göttliche Gnosis) und die gesunde, aufgerichtete männliche Kraft (deinen Schutz, deine Struktur, deine klare Umsetzung) in deinem eigenen Inneren vereinen lässt. Ganz ohne alten Machtanspruch.
Die Matrix existiert u ernährt sich ausschließlich durch die Spannung der Gegensätze. Das System ist wie ein riesiges, duales Uhrwerk, das Reibung braucht, um Energie zu erzeugen. Und dieses Uhrwerk arbeitet mit einer Art kosmischen Pendel. Vor Jahrtausenden befand sich dieses Pendel in einer langen Epoche, die tief im nährenden, fließenden, matriarchalen Prinzip verankert war.
Und was tat das System? Um die maximale Erfahrung der Polarität zu ermöglichen, ließ es das Pendel in das absolute, andere Extrem ausschlagen. Es erschuf das Patriarchat.
Die letzten Jahrtausende waren kein Fehler in der Matrix, sie waren die radikale, kosmische Erforschung des männlichen Prinzips in seiner verzerrten Form: Trennung, Struktur, Verstand, Logik, Kontrolle und Härte.
Es war die Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn die Schöpfung sich vollkommen von der fühlenden Quelle abschneidet.
Wenn du nun versuchst, das Patriarchat zu bekämpfen, um ein Matriarchat wiederzubeleben, tust du genau das, was das System von dir erwartet...du stößt das Pendel nur mit aller Kraft wieder an, damit es an das andere Extrem schlägt.
In dem Moment, in dem du in den Kampf, in die Wut und in die reaktive Härte gehst, nutzt du die Waffen des Patriarchats, um das Patriarchat zu bekämpfen.
Du wechselst unbewusst in dieselbe trennende
Energie.
Ob nun das Männliche über dem Weiblichen steht oder das Weibliche über dem Männlichen, auf beiden Seiten der Medaille bleibt das Grundprinzip der Trennung.
Es bleibt die Bewertung, es bleibt die Hierarchie. Es ist wieder nur Macht über jemanden, nur dass diesmal die Krone vertauscht wurde. Und die Matrix reibt sich die Hände, weil du sie mit deiner polarisierten Ladung fütterst u das duale Divide Et Impera - Rädchen am Laufen hältst.
Die Ohnmacht, die du heute in deinem Körper fühlst, ist in Wahrheit nichts Schlechtes. Sie ist kein Beweis für Schwäche...vielmehr ist sie der Moment, in dem die Seele sagt:
"hör auf zu kämpfen. Das Pendel muss nicht an das andere Extrem schlagen. Das Pendel darf jetzt einfach zur Ruhe kommen."
Die wahre Evolution, der wirkliche Aufwachmoment des Kollektivs ist kein Wechsel der Herrschaft, sondern das vollkommene Kollabieren des Machtspiels an sich.
Das Patriarchat hat nur so lange Macht über dich, wie du nach seiner Anerkennung winselst oder versuchst, es zu stürzen.
Solange du im Außen nach der Erlaubnis des "Vaters" ( des Systems, der Religion, der Gesellschaft...) suchst, um ganz zu sein, bist du eine energetische Marionette.
Wahre Befreiung geschieht in der Sekunde, in der du dich aus der jahrtausendealten Opferrolle herausentwickelst und erkennst, dass die Quelle deiner Schöpferkraft schon immer IN DIR lag...unberührt von 3000 Jahren Geschichte, unkorrumpierbar durch irgendwelche Systeme, ohne Anklage an den vermeintlichen Täter.
Das System hat panische Angst vor einer Frau, die nicht mehr kämpft, sondern einfach IST und in ihrer weichen, fließenden und zugleich unerschütterlich kraftvollen Präsenz ruht. Diese Frau kämpft nicht gegen ein Patriarchat.
Sie entzieht dem Drama Dreieck der Opfer-Täter-Retter-Rollen ihre Aufmerksamkeit.
Und sie beginnt, das wahre, unkorrumpierte Ur-Männliche wieder zu ehren und zu reintegrieren.
Denn die Wahrheit ist:
Männer sind in ihrem reinen, männlichen Urprinzip absolut wundervoll. Sie sind nicht unser Feind!
Sie sind der heilige Raum, den wir brauchen, um GANZ wir selbst zu sein.
Und ja, diese Männer gibt es bereits - zumindest in meiner Welt, denn meine Ausrichtung liegt auf ihnen (attentions goes where energy flows).
Sie machen sich bereits auf den Weg. Sie haben erkannt. Und sie werfen bereits kleine Steine, die große Kreise ziehen.
Vor kurzem hatte ich ein wundervolles Gespräch mit einem ganz wunderbaren Mann, der mir dieses Bild mitgab:
Stell dir das Weibliche wie reines, lebendiges Wasser vor: kraftvoll, tief und fließend. Doch Wasser braucht Halt, um nicht formlos zu "ZER-fließen". Und genau das ist das geheilte Männliche. Er ist die "Schüssel".
Der Mann in seiner Urkraft ist das stabile, aufrichtige Gefäß. Er kämpft nicht gegen das Wasser, er kontrolliert es nicht.
Er schenkt ihm durch seine Präsenz u seine Struktur den sicheren Schutzraum. Erst durch diesen Halt kann das Wasser in Bewegung sein u seine volle schöpferische Tiefe entfalten.
Wir heilen kollektiv nicht durch Trennung, sondern indem wir uns gegenseitig wieder in unserer wahren Natur begegnen, anerkennen u erheben. Das Männliche ist zutiefst wertvoll und wichtig auf unserem gemeinsamen Weg.
Erst wenn die Schüssel hält u das Wasser fließt, endet das kosmische Machtspiel.


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