Ich bin so unfassbar genervt von der KI Revolution...
- Tanja Weisenbach
- vor 2 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Nicht weil ich sie bösartig finde (ja, da kann man drüber streiten, aber das ist heute nicht das Thema), sondern wegen einer ganz bestimmten Thematik...
Es kotzt mich abartig an, dass man denkt, ich wäre nicht in der Lage, noch tatsächlich einen eigenen Satz geradeaus schreiben zu können.
Surprise, ich bin for real noch ein Mensch, der befähigt ist, Worte eloquent zu Papier zu bringen!
Es ist doch wirklich eine absurde Wendung unserer Zeit. Im Grunde genommen ist jede echte Fähigkeit zu schreiben heutzutage verdächtig. Wenn du heute einen Text verfasst, der Tiefe hat, der berührt, der Dinge messerscharf benennt, der nicht aus den immer gleichen, glattgebügelten Floskeln besteht, dauert es meistens nicht lange, bis der erste Vorwurf - und wenn er nur in den Köpfen stattfindet - kommt: „Das hat doch eine KI geschrieben.“ " Hat sie das wohl wirklich selbst verfasst?'
Häh? Ehrlich?! Es fühlt sich fast an wie eine moderne Hexenverfolgung. Als würde man beschuldigt, eine seltene, verbotene Magie zu besitzen! Eine Fähigkeit, die in den Augen der Masse anscheinend nur noch Maschinen haben.
Wenn wir das Ganze mal ganzheitlich betrachten, geht es hier um etwas viel Größeres als nur um ein neues Software Tool.
Wir erleben gerade die
KOLLEKTIVE ENTSEELUNG UNSERER SPRACHE .
Da draußen fluten täglich Abermillionen von Menschen das Internet mit emotionslosen, im Datenzentrum erzeugten Texten. Sie füttern den Algorithmus mit optimierten Phrasen, um krampfhaft eine Frequenz zu faken, die sie selbst gar nicht halten können oder die sie high performance-mäßig subtil in die Köpfe der Leute infiltrieren, was mit Subliminals und KI - NLP tragischerweise auch unbewusst funktioniert.
Das Fatale daran: Die menschliche Wahrnehmung und die Fähigkeit des eigenen Ausdrucks stumpfen ab. Und zwar mit jedem Prompt und jedem generierten Text ein bisschen mehr. Wie ein Muskel, der verkümmert, wenn man ihn nicht trainiert. Und falls dus noch nicht wusstest: ja, unser Gehirn ist auch ein Muskel!
Und ich wage zu prognostizieren, dass wir in nichtmal fünf Jahren kaum mehr echte, menschliche Texte lesen werden. Müsste ich eine Zahl abgeben, würde ich wohl auf unter 1% tippen (Sidenote: Ich werde zu diesem einen Prozent gehören, I swear from the bottom of my SOUL).
Da wird dann am Ende nur noch die eine Maschine mit der anderen kommunizieren.
Ja es ist ein trauriger Abwärtstrend.. Wenn die Welt den ganzen Tag nur noch synthetischen Einheitsbrei konsumiert, verlernt sie, wie sich die menschliche Seele in Worten eigentlich noch anfühlt...und das Echte, das Tiefe, das Ungeschönte wird plötzlich als fremd oder künstlich wahrgenommen.
Wovon ich aber 100% überzeugt bin:
You can't fake frequency.
Eine KI kann Milliarden von Datenpunkten analysieren, sie kann fehlerfreie Grammatik ausspucken u sie kann so tun, als hätte sie Gefühle. Aber eine KI hat keinen physischen Körper. Sie hat kein Nervensystem, das beim Schreiben zittert, weil ein Thema einen alten Schmerz triggert. Sie hat kein Herz, das sich vor Freude weitet und warm wird, während die Finger über die Tastatur fliegen. Sie hat keine Seele, die durch die Zeilen hindurch mit der Seele des Lesers in Resonanz geht.
Worte sind reine Energieübertragung. Wenn du einen Text schreibst, fließt deine ureigene Signatur mit hinein. Und DAS ist es, was die Menschen im Innersten berührt, auch wenn ihr Verstand es in einer technisierten Welt nicht mehr einordnen kann und es deshalb als Maschine abstempelt.
Für mich ist dieser kollektive Zustand aber kein Grund zur Resignation, sondern eine lautstarke Einladung.
Ich halte drum erst recht jetzt den Raum für das Unperfekte, das Lange, das Tiefe, das Menschliche. Ich werde weiterhin Texte schreiben, die eben nicht dem Algorithmus gefallen, sondern die wehtun, die heilen, die atmen und die nach Schweiß, Tränen und purem menschlichem Leben schmecken. Und ja, ich erlaube mir, mich hinzusetzen und mir mehrere Stunden Zeit für meine Texte zu nehmen. Weil ich es liebe wenn Worte wahrhaftig aus mir und nicht aus einer Maschine fließen.
Wir dürfen aufhören, uns dafür zu rechtfertigen, dass wir noch die Gabe besitzen, uns über die Sprache aufrichtig und ehrlich auszudrücken.
Lasst es nicht zu, dass wir durch dieses letzte Werkzeug unserer menschlichen Kommunikation komplett durch eine Maschine entmachtet werde. Unsere Sprache ist nicht maschinell.
Ja ich weiß, sie holpert vll manchmal ein bisschen und nicht jedem wurde die Eloquenz in die Wiege gelegt. Aber das muss es auch nicht! Erlaube deinen Worten das Unperfekte, den ein oder anderen Rechtschreibfehler und manchen Stolperstein im Ausdruck. Daran ist nichts falsch, das ist zutiefst menschlich ♡.
Es ist unsere Pflicht, unsere Worte nicht an die Einheitsbrei-Sprache der künstlichen Intelligenz zu verlieren. Auch wenn deine Texte nicht perfekt sind, so tragen sie doch die wichtigste Signatur: Menschlichkeit.
Ich glaube, nein, ich weiß es, dass in naher Zukunft der echte biologische, ungefilterte Mensch die teuerste Währung sein wird.
Eines Tages werden wir zurückblicken und uns fragen, wann eigentlich der Zeitpunkt war, an dem wir unsere tiefste unperfekt perfekte Menschlichkeit, unsere reinste Intuition, unsere klarsten, eigenen Gedanken und unsere pure, menschliche Empathiefähigkeit verloren haben...und warum wir es verdammt nochmal zugelassen haben, dass es so weit kommen konnte.


Kommentare