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Nein, die Zeitqualität ändert sich nicht.Sie bleibt immer die gleiche.Und dennoch fühlt sich das Leben oft so schwer an...

Ja, ich weiß. Man sagt ihn so leichtfertig, diesen Satz, dass es grade so ne "heftige Zeitqualität" ist..

aber je tiefer ich diesen Satz reflektiere, desto mehr wird mir klar, dass er nicht wahr ist.

Jeden Monat wird uns aufs Neue ein noch intensiveres kosmisches Portal oder die nächste nie dagewesene Energiewelle verkauft.


JETZT ist die Zeitqualität so intensiv wie noch nie!


Diesen Satz hörte ich schon 2012 als wir beim legendären '12er Sonnwendfeuer am 21.12.2012 nachts ums Feuer saßen und uns einig waren: DAS wars jetz! Mehr geht nicht!

Turns out...offensichtlich geht noch mehr.


Aber eben nicht im Sinne einer immer intensiver werdenden Zeitqualität..

Die Wahrheit, die ich hinter diesem Daueralarm der "neuen Energiewellen" entdecken durfte, ist so viel unaufgeregter..aber dafür umso radikaler.

Die Frequenz des Universums, diese unkorrumpierbare Urkraft im Kern, sie verändert sich nicht. Sie bleibt immer gleich. Sie schlägt keine Wellen. Was sich verändert, sind wir. Was sich verändert, sind die Schichten, die wir nacheinander abtragen...

Du kannst es metaphorisch mit den Schichten einer Zwiebel vergleichen.

Als du angefangen hast, dich mit dir selbst zu beschäftigen, hast du die äußeren Schichten gelöst. Die waren noch dünn, fast transparent. Ein bisschen Mindset hier, ein paar oberflächliche Muster da, die erste Wohlfühl- Spiritualität. Das war vielleicht neu, aber es ging leicht von der Hand.


Doch je näher wir unserem nackten, wahren Kern kommen, desto dicker, fleischiger und tiefer verwurzelt werden die Schichten und desto schwerer lassen sie sich lösen..

Und gefühlt stehen genau da im Moment sehr viele von uns.

Wir sind bei den Schichten angekommen, die ganz tief mit unserem Nervensystem, unseren Ur-Ängsten und alten Schutzmechanismen, unseren Wurzeln, verwachsen sind. Das Abtragen fühlt sich jetzt nicht mehr wie eine kleine, logische Erkenntnis an, es rüttelt an unserem tiefsten Fundament. Es fühlt sich schwer an. Zäh. Kräftezehrend.

Und manchmal einfach unendlich müde...


Weil die Schichten jetzt so dick sind, verwechselt dein Verstand diesen tiefen Prozess mit einem Rückschritt.


Er flüstert dir ein, du hättest etwas falsch gemacht. Du bist schwach, weil du am Boden liegst und weinst.

Du hättest schlecht manifestiert, wärst "nicht richtig angebunden" oder müsstest dich einfach noch mehr anstrengen...weil es sich plötzlich so leer anfühlt....weil da diese Pause ist.


Das Alte trägt dich nicht mehr, das Neue ist noch nicht greifbar.

Es hat mich tief zu einer Frage geführt, die ich heute auch an dich weitergeben mag:

Hast du den Mut und das Vertrauen, in dieser Pause zu verweilen?

Zwischen dem, was nicht mehr ist, und dem, was noch nicht da ist?

Ich hab darüber viel nachgedacht u viel reingefühlt. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass die letzten Tage u Wochen für mich nicht auch herausfordernd waren. Doch ich ehre zutiefst, wie dieser Zustand sowohl Sanftheit als auch Stärke von mir fordert. Ich erlerne immer mehr die Fähigkeit, gleichzeitig loszulassen und niemals aufzugeben.


Denn diese Pause verlangt eine radikale, fast heftige Verbindung zum gegenwärtigen Moment...selbst dann, wenn der Wunsch in mir am lautesten schreit, in die Vergangenheit zu fliehen oder in eine gedankliche Zukunft wegzulaufen.

Es braucht viel Kraft, um innezuhalten u die Beziehung zwischen dem, was wir Unsicherheit nennen, und dem, was ehrliche Möglichkeiten sind, zu erkunden.

Es braucht alles von uns, um im Hier und Jetzt zu bleiben.

Denn genau zwischen diesen beiden Zuständen liegt ein feiner, diffuser Schmerz der Orientierungslosigkeit. Ein Vakuum, eine Leere...


die größte Versuchung in dieser Phase ist es, wegzurennen...


und weil wir diesen Zustand oft nicht aushalten können, flüchten wir in den (spirituellen) Konsum: das nächste Retreat, der neue Lichtcode, das nächste glitzernde Versprechen, das uns im Außen schnelle Erleichterung verspricht, die dritte Shoppingtour, noch ein Glas Wein, noch ne Tafel Schokolade, noch ne Runde Doom Scrolling und vierte Binge Watching Serie auf Netflix...

Hauptsache ablenken, hauptsache das Nadelöhr des Unaushaltbaren umgehen...

Aber es gibt keine Abkürzung durch die dicken Schichten der Zwiebel. Und das ist okay. Das ist vollkommen in (der) Ordnung.

Es braucht keinen harten Kampf, sondern einen ganz weichen, tiefen Mut, genau jetzt nicht wegzurennen.


Innezuhalten, wenn der Boden wackelt. Den Kontrollverlust einfach mal sanft zu beatmen, anstatt panisch nach der nächsten Ablenkungsmethode zu greifen. Denn Ablenkung kennen wir. Ablenkung hat unser System tief verinnerlicht und einprogrammiert. Weil Bypassing (erstmal) weniger weh tun als in der eigenen Leere stillzustehen.


Doch wir dürfen erkennen, dass diese dicken Schichten kein heroisches Durchhalten u Flüchten fordern.

Sie fordern deine sanfte Kapitulation. Sie laden dich ein, all die Identitäten, Konzepte und Masken, die du ohnehin nur als Schutzschilde getragen hast, Schicht für Schicht weichzugeben. Für einen Moment zu erlauben, gar nichts sein zu müssen. Keine Rolle, kein Status, keine vermeintliche Sicherheit. Nur nackte, schutzlose Präsenz im Auge des Sturms.


Es darf sich schwer anfühlen, geliebte Seele. Das ist kein Zeichen von Versagen. Es ist das untrügliche Zeichen dafür, dass du endlich am echten, heiligen Kern angekommen bist.


Die Zeitqualität macht nichts mit dir, sie hält dir nur den Raum.

Bleib genau hier.

Atme durch die Leere hindurch.

Lass dich ganz weich häuten.

Denn genau da, unter der dicksten Schicht, wartet das unzerstörbare, stille Licht deiner wahren Essenz.

 
 
 

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